Challenge: ZUGANG

// Die Mission

ZUGANG beschäftigt sich mit der Frage, wie Menschen erkennen, verstehen und nutzen können, was ihnen zur Verfügung steht – und wie neue Wege entstehen können, wenn Zugang bisher fehlt.

Das können öffentliche Angebote sein, aber genauso gut Informationen, Netzwerke, Chancen, Wissen oder Unterstützung im Alltag. Viele Möglichkeiten bleiben ungenutzt, weil sie schwer auffindbar, schwer verständlich oder nicht sichtbar sind.

Ziel der Challenge ist es, digitale Lösungen zu entwickeln, die:

  • Orientierung schaffen
  • Komplexität reduzieren
  • Zugänge sichtbar machen
  • oder neue Formen von Zugang ermöglichen

Dabei geht es sowohl darum, Bestehendes zugänglich zu machen als auch Zugang neu zu denken – z. B. durch:

  • Vereinfachung bestehender Systeme
  • bessere Aufbereitung von Informationen
  • neue Modelle oder Ansätze
  • Übertragung von Ideen, die anderswo bereits funktionieren

Im Fokus stehen:

  • Verständlichkeit statt Fachsprache
  • niedrige Einstiegshürden
  • echte Nutzbarkeit im Alltag

Nicht im Fokus:

  • juristische Einzelfallentscheidungen
  • komplexe Rechtsprüfungen

Die Challenge ist bewusst offen gestaltet und lässt Raum für unterschiedliche Perspektiven und Themenfelder – von Bildung über Gesundheit bis hin zu Arbeit, Teilhabe oder ganz neuen Ansätzen.

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Perspektiven von Menschen, die täglich erleben, wie Zugang entsteht, scheitert oder neu gedacht werden muss.
Die Impulse sind bewusst nur als Inspiration gedacht und müssen nicht bearbeitet werden. Sie zeigen, wie vielfältig das Thema Zugang ist.

Dr. phil. Yvonne Wechuli
Fachgebiet Behinderung, Inklusion und soziale Teilhabe

Barrieren sind allgegenwärtig und werden doch oft von denjenigen, deren (physischen oder digitalen) Weg sie nicht direkt blockieren, übersehen. Ein klassisches Beispiel sind in den Weg gestellte Gegenstände in Behindertentoiletten oder auf Behindertenparkplätzen. Wie lässt sich eine gemeinsamer Umgang mit Barrieren in unserem Alltag neu denken und wie lässt sich die Verantwortung für vorhandene Barrieren gerechter verteilen? Können hierfür technische Hilfsmittel entwickelt werden?

Saskia
Software-Entwicklerin

Ich arbeite in einem agilen Software-Entwicklungs-Team und bin täglich in Online-Meetings, die mich teils sensorisch überfordern. Die Lautstärke verschiedener Teilnehmer ist unterschiedlich, und um eine Person zu verstehen, muss ich teils die anderen so laut machen, dass es schmerzt. Außerdem schmerzt es in meinem Kopf, wenn eine Person einer anderen in's Wort fällt. Dadurch werden Meetings für mich zu schwierigen Situationen, die mir die Energie für den Arbeitstag rauben können.

Anshu
Builder of Stuff

Wenn wir über technische Barrierefreiheit reden, denken wir an Screenreader, Kontraste und Untertitel. Selten denken wir dabei an die Barrieren, die neurodivergenten Menschen im Weg stehen – und diese sehen oft anders aus als erwartet. Für ein ADHS-Hirn ist das Problem bei moderner Software selten zu wenig, sondern zu viel Information: blinkende Icons, Menüs in Menüs, Pop-ups, Animationen. Jeder Reiz kostet Aufmerksamkeit und bis man durchgeklickt hat, wozu man die App geöffnet hat, ist die Aufmerksamkeit längst woanders. Barrierefreiheit für neurodivergente Menschen bedeutet deshalb nicht, etwas hinzuzufügen, sondern etwas wegzunehmen: weniger Oberfläche, weniger Lärm, weniger Schritte zwischen Absicht und Ergebnis. Was Menschen mit ADHS entlastet, macht Technologie für fast alle besser. Die eigentliche Frage ist also nicht „Was kann diese App alles?”, sondern „Was muss weg, damit mehr Menschen hineinpassen?”.

Julien
Gestaltet digitale Teilhabe

Die Welt verlagert sich immer mehr vom Analogen ins Digitale. Dinge, die man früher am Schalter erledigen konnte, laufen heute oft nur noch online. Im PIKSL Labor Kassel sehe ich, was das für viele Menschen bedeutet: Unsicherheit, Frust und Überforderung. Oft liegt es nicht daran, dass jemand nicht kann oder will, sondern daran, dass vieles unnötig kompliziert oder unübersichtlich ist. Online-Banking, ePA oder eID – all das klingt erstmal nach Fortschritt. In der Praxis zeigt sich aber: Viele dieser Systeme setzen Dinge voraus, die längst nicht für alle selbstverständlich sind. So wird digitale Teilhabe plötzlich zur Hürde statt zur Chance. Deshalb wird mir immer wieder klar: Digitale Angebote müssen von Anfang an verständlich und alltagstauglich sein, damit sie wirklich alle Menschen nutzen können und davon profitieren."

Akshit
Software Developer and AI Engineer

I am a Software Developer and AI Engineer, currently searching jobs. I recently graduated from university of Paderborn and like every graduate is struggling to find a job and also getting stressed out because the visa time doesn't pause. When I call job centers, or telecom operators, there is a waiting before Ansprechpartners would start talking to me. It would be awesome, if AI calls them and when Ansprechpartners start talking, AI notify me and I can then take over.

Inger
Diplom Sozialpädagogin

Ich arbeite beruflich mit jungen Menschen zwischen 12 und 27 Jahre, die eine Migrationsgeschichte haben. Jeden Tag sehe, wie schwer Zugänge sein können. Eine junge, alleinerziehende Mutter von zwei Kindern kann z. B. keinen Deutschkurs besuchen, weil das jüngste Kind in der Zeit keine Betreuung hat. Wie soll sie dann die Briefe vom Jobcenter oder dem Stromanbieter verstehen? Ohne Hilfe kann sie ihr Kind nicht beim Onlineportal der Kindertagesstätten "Kibeka" anmelden und findet dadurch keinen Kita-Platz. Und schon wieder kann sie nicht am Deutschkurs teilnehmen... In der Beratung erklären wir Briefe, übersetzen in einfaches Deutsch und unterstützen bei digitalen Prozessen. Aber wie können wir einem jungen Menschen helfen, dessen großer Traum es ist eine Ausbildung als Elektriker zu machen, der aber keinen deutschen Schulabschluss besitzt? Welche Zugänge zu Bildung haben wir? Können wir Alternativen denken und entwickeln für Menschen, deren Muttersprache nicht Deutsch ist?

Alex
Pixelschubser

Als ich vor über 10 Jahren mein erstes Gewerbe angemeldet habe, saß ich plötzlich vor dem Fragebogen zur steuerlichen Erfassung und war komplett lost. Was wollen die von mir? Was bedeutet das alles? Begriffe, die ich noch nie gehört hatte, Entscheidungen, deren Konsequenzen ich nicht einschätzen konnte. Gleichzeitig der Gedanke: Ich hab noch keinen Euro verdient, aber soll jetzt hunderte Euro für einen Steuerberater ausgeben? Also klickst du dich irgendwie durch und hoffst, nichts falsch zu machen. Rückblickend hätte ich mir einfach gewünscht, dass mir jemand verständlich erklärt, was ich da eigentlich gerade tue.

Chris
KünstlerIn

Ich hab einen Studienkredit aufgenommen, weil es schnell gehen musste. In der Situation denkst du nicht lange nach, du brauchst einfach eine Lösung. Es gab keine neutrale, unabhängige Beratung, nur komplizierte Infos und viel Fachsprache. Ich dachte, ich hab’s verstanden – hatte ich aber nicht. Erst später hab ich gemerkt, wie teuer das Ganze wirklich ist. Rückblickend hätte ich definitiv andere Entscheidungen getroffen. Man hätte mich einfach in klarer, verständlicher Sprache besser informieren können.

Anne
Verwaltungs- fachangestellte

Ich sitze im E-Rolli und eigentlich ist Barrierefreiheit nichts Neues mehr – denkt man. Ich frage vorher extra nach: „Ist das bei euch barrierefrei?“ Antwort: „Ja, klar.“ Und dann stehe ich da vor einer einzelnen Stufe, die für mich halt einfach das Ende ist. Kein Reinkommen, kein Plan B. Und das passiert nicht einmal, sondern ständig. Das Problem ist nicht nur die Stufe, sondern dass Infos oft einfach unzuverlässig sind oder Menschen gar nicht wissen, was „barrierefrei“ wirklich bedeutet. Für mich heißt das: Aufwand, Frust und immer wieder ausgeschlossen sein. Zugang scheitert oft nicht an bösem Willen, sondern an fehlendem Bewusstsein.

Lea
Studentin

Ich studiere, bekomme BAföG und versuche eigentlich nur, mein Leben halbwegs auf die Reihe zu kriegen. Aber spätestens mit 25 wird’s wild: raus aus der Familienversicherung, neue Beiträge, keiner erklärt dir so richtig, was jetzt gilt. Gleichzeitig hängt alles zusammen – BAföG, Nebenjob, Einkommen. Du klickst dich durch zig Seiten, jede sagt was anderes, aber niemand sagt dir, was das konkret für dich heißt. Ich brauch keine perfekte Beratung, ich will einfach checken: Was betrifft mich gerade und was muss ich tun? Zugang scheitert nicht daran, dass es nichts gibt – sondern daran, dass man komplett lost ist.

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